Reiseziel: Geheimnisvoller Ural
- Aufenthalt

Geheimnisvoller Ural

-Anreise

-Zeitenwechsel

- in einer Datscha (Wochenend-, Ferienhaus), oder in einem schönen Holzhaus, oft ein Blockhaus, dessen dicke runde Baumstämme nach jahrhundertealter, überlieferter Technik zusammengefügt sind und das sehr gemütlich eingerichtet ist.

Ein offener Kamin / Kachelofen gehört dazu und etwas abseits vom Wohnhaus, in einem Blockhaus, eine Banja, die russische Form der Sauna; - Die Banja ist seit alters her geradezu ein Lebensbedürfnis der Russen.

Zum Erkunden der näheren und weiteren Umgebung stehen Fahrräder bereit, die sich am besten eignen Land und Leute kennen zu lernen; Autobusse verkehren regelmäßig und bringen Sie auch kostengünstig an ein gewünschtes Ziel. - Die meisten Busse sind bereits zuverlässig viele Jahre über Stock und Stein gefahren: "Qualität aus Magdeburg" zeigt ein Schild im Inneren. -

Die Wälder laden ein Beeren und Pilze zu sammeln oder einfach nur zu durchstreifen; die etwa 600 m hohen Berge in der Umgebung lassen sich mühelos erwandern; die zahlreichen umliegenden Gewässer bieten sich an für Bootstouren, Angeln und natürlich zum Baden. Für Kinder und Jugendliche bedeuten Ferien hier täglich Abenteuer (Lagerfeuer) und fast grenzenlose Freiheit.

Unbedingt ansehen (nicht nur von außen!) muß man sich in der etwa 30 km entfernten Kreisstadt Newjansk die neuerbaute, orthodoxe Kirche, deren goldene Kuppel schon von Weitem leuchtet; und den massiven Turm daneben, der mehr dadurch auffällt, dass er so wenig senkrecht steht, wie der von Pisa. Er ist der erhaltene Rest der ältesten Eisengießerei im Ural. Ursprünglich wurde darin geforscht und entwickelt, heute ist es ein Museum. Den Turm bis ganz oben zu besteigen lohnt sich allein schon wegen der sich bietenden, herrlichen Aussicht.

Und dann ist da noch etwa eine Autostunde entfernt Ekaterinburg, das administrative Zentrum des Sverdlovsker Gebietes und die drittgrößte Stadt Russlands, mit ihrer ganzen Urbanität und ihrem reichhaltigen Kulturangebot: die Stadt lädt ein zum Theater- und Konzertbesuch, zu Opern- und Ballettaufführungen, zum Bummeln, zum Einkaufen;

Regen Zuspruch bei den Einheimischen und Touristen findet der Souveniermarkt im Zentrum. Künstler und Handwerker bieten dort ihre Waren an, wie z.B. die traditionellen Matroschka: buntbemalte, hölzernen, hohle Bauernmädchen, aus denen immer wieder neue kleine identische Puppen zum Vorschein kommen; Das Angebot ist so vielseitig und verlockend und man möchte so viel mitnehmen; - es fällt schwer sich zu entscheiden.

Etwas ausserhalb der Stadt, in einem Birkenwald, erinnert eine vielbesuchte Gedenkstätte an die Ermordung des letzten Zaren und seiner Familie.

Wieder zu Hause entspannt man sich in der Banja, sitzt zusammen um den offenen Kamin, oder auf der Veranda; man spielt, man liest, man trinkt Tee, Wodka, Wein und plaudert. -

Der Tag geht scheinbar nie zu Ende. Erst gegen Mitternacht verblasst der Sonnenuntergang; - der halbe Himmel leuchtet grün, gelb und rosafarben. Es ist nicht allein die geographische Breite, die den Tag so endlos macht, es ist auch die Zeit, die beinahe still steht. -
Beim Urlaub auf einer richtigen Datscha taucht man ein in eine Lebenswelt, die es sonst nirgendwo gibt auf der Welt. - Für Russen ist die Datscha vor allem ein Lebensstil, eine Weltanschauung.


Zuletzt geändert: 14.12.2016, 00:07:36