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Das
geschichtliche Potenzial, das in der Kirche St. Aegid
steckt, sieht man ihr nicht an. Die ganze mittelalterliche
Geschichte Reichenhalls spiegelt sich im Bau der Kirche
wieder, die auf Salz basiert. Es ist das Jahr 1159, als sie gebaut
wird; festgehalten in einer Urkunde:
1159
– auf dem Zahlenstrahl der Geschichte sehen wir das
Hochmittelalter:
Geprägt
ist diese Zeit vom Kampf der zwei universalen Mächte
Kaisertum und Papsttum um die Vorherrschaft.
Diese
Rivalität hat ihre nächstliegende Ursache in der
Erneuerung der Kaiserwürde durch Otto den Großen
(936-973). Er festigte seine Macht durch Einsetzung einer
Reichskirche. Er machte geistliche Würdenträger,
Bischöfe und Äbte zu Reichsbeamten. Diese ernannte er
selbst, er verlieh ihnen Königsgut und weltliche
Herrschaftsrechte, die er immer wieder neu an königstreue
Männer vergeben konnte, weil die Geistlichen ohne Erben
waren. Die Reichskirche wurde so zur wesentliche Stütze des
Königtums.
Die
enge Verflechtung von Kirche und Staat festigt einerseits die
Stellung der Könige, führt aber in der Folgezeit zu
schweren Konflikten. Der Staat wird mit den Ansprüchen der
Kirche konfrontiert. Im Investiturstreit zwischen Kaiser und Papst
während des 11. und 12. Jahrhunderts scheitert schließlich
der universale Machtanspruch der deutschen Kaiser. Das
Papsttum nahm diese enge Bindung seiner Würdenträger an
das Reich solange hin, wie es selbst noch schwach war. Im Zuge
einer kirchlichen Reformbewegung wurde es gestärkt und
verfocht nun seine Unabhängigkeit. Es erhob darüber
hinaus den Anspruch, auch dem Kaisertum übergeordnet zu sein.
Der Papst entzog dem deutschen Königtum die Unterstützung
durch die geistlichen Reichsbeamten und gefährdeten aufs neue
die Ordnung des Reiches.
Der
Kampf erreichte seinen Höhepunkt, als die staufischen Kaiser
nach Sizilien ausgriffen und dadurch den päpstlichen
Herrschaftsbereich, den Kirchenstaat umklammerten.
Zu
dieser Zeit regiert im Reich Friedrich I. Barbarossa
(1152-1190).
In
Bayern herrscht Heinrich der Löwe aus dem Geschlecht
der Welfen, der auch Herzog von Sachsen ist. Er gerät mit
seiner zielstrebigen Machtpolitik in Rivalität zu Friedrich
I. Barbarossa. In
dem Machtkampf mit dem Stauferkaiser Friedrich I. Barbarossa um
die Vorherrschaft im Reich unterliegt Heinrich der Löwe. Im
Jahr 1180 wurde ihm auf einem Reichstag mit den Stimmen der
Herzöge das bayerische Herzogtum abgesprochen, als er
Friedrich I. Barbarossa die Heeresfolge verweigert. Der Kaiser
benützte die Gelegenheit, Bayern durch die Abtrennung der
Ostmark endgültig zu schwächen. In dem Bestreben,
die Macht der Stammesherzöge zu brechen und damit die
Zentralgewalt gegenüber partikularistischen Gewalten zu
stärken, hatte bereits 976 Otto II. die Markgrafschaften
Verona, Friaul und Karantanien (Kärnten) von Bayern getrennt.
Es wurde ein Herzogtum Kärnten geschaffen, weit umfassender
als das gegenwärtige österreichische Kronland. Die
Grafen der Mark an der Traun, die ihr Gebiet Donau-abwärts
zur Markgrafschaft Österreich erweitert hatten, kamen 1156,
als es sich darum handelte, einen Ausgleich zu finden zwischen den
Ansprüchen der Babenberger und der Welfen auf das bayerische
Herzogtum, in den Besitz einer besonderen, von Bayern völlig
unabhängigen Herzogsgewalt. 1180 verlor Bayern dann auch
noch die Steiermark.
Die
Herzogswürde in dem so verkleinerten Bayern verlieh Kaiser
Friedrich I. Barbarossa an den in Bayern sehr begüterten
Grafen Otto von Wittelsbach, der sich auf verschiedenen Feldzügen
als treuer Gefolgsmann des Kaisers erwiesen hatte.
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Und dann ist da noch Salzburg, das keltische Juvavum.
Hall
steht um diese Zeit unter grundherrschaftlicher Oberhoheit des
Erzbischofs von Salzburg.
Zur
Vorgeschichte: Die Kirchenorganisation der Römerzeit war
weitgehend zugrunde gegangen. Bayern musste durch Missionare
für den christlichen Glauben neu gewonnen werden.
Insbesondere irische und angelsächsische Mönche haben
die christlichen Glaubenslehren auf das Festland getragen. Sie
fanden ihren Rückhalt weniger im Papst als in den fränkischen
Königen, die die Christianisierung als wertvolle Hilfe für
die politische Erfassung eines eroberten Gebietes betrachteten. Zu
Beginn des 7. Jahrhunderts kam der Abt des Klosters Luxeuil, im
heutigen Frankreich, Eustasius, nach Bayern; das Kloster
Weltenburg führt seine Gründung auf ihn zurück. Um
das Jahr 700 kamen die Missionare Emmeram nach Regensburg und
Rupert nach Salzburg, im Jahre 716 Korbinian nach Freising.
An
diesen Orten und in Passau lagen die frühesten Sitze der
bayerischen Herzöge, bei denen die Missionare bei ihrem
Wirken Rückhalt fanden. So ist zu erklären, dass
Bonifatius im Jahre 739 die ersten Bischofssitze in Bayern in
Regensburg, Salzburg,
Freising und Passau errichtete, die fortan die Mittelpunkte der
vier Diözesen der bayerischen Kirchenprovinz bildeten.
Bayernherzog
Theodo II. erhebt 696 Salzburg zum Mittelpunkt eines neuen Bistums
und setzt den Missionar Rupert als ersten Bischof ein. Theodo
schenkt Rupert die Stadt Juvavum (Salzburg) und die Obere Burg,
dazu drei Meilen Land im Umkreis von Juvavum, die Weiderechte
Gauza und Ladusa in Berchtesgaden und 20 Sudpfannen samt einem
Drittel der Quellschüttung in Reichenhall. Nachzulesen im 790
verfassten Güterverzeichnis „Notitia Arnonis“.
Rupert gründet in Salzburg direkt am Felsen des
Mönchsberges das Benediktinerkloster
„St. Peter“,
das mit 80 Höfen reich ausgestattet wird.
Wichtiger
jedoch als die Errichtung von Bischofssitzen waren für die
Christianisierung des Landes die Klöster, die seit dem 7.
Jahrhundert entstanden. Die Karolinger weisen den Hauptanteil
ihres Kulturprogramms den Benediktiner-Klöstern zu. Die
Mönche lebten nach der Regel, die der hl. Benedikt (✝
ca. 543), der Begründer des Klosters Monte Cassinoin Italien,
aufgestellt hatte. Die Gründungen erfolgten damals in Form
von Eigenklöstern. Das bedeutet, dass der König, der
Herzog oder eine adelige Sippe Grund und Boden mit den
dazugehörigen Untertanen bereitstellte, die für den
Unterhalt der Mönchsgemeinschaft zu sorgen hatten. Dafür
stand dem Stifter das Besitzrecht am Kloster zu. Er konnte über
dessen Einkünfte verfügen und durfte auch den Abt
ernennen.
Die
meisten und die ansehnlichsten der frühen Benediktinerklöster
in Bayern erhielten ihre Ausstattung, die in ausgedehnten
Ländereien bestand, von der Herzogsfamilie der
Agilolfinger; aus ihrem riesigen Grund- und Güterbesitz
zweigten sie Ausstattungen für fünf Bistümer und 35
Abteien ab: Münchsmünster/Donau, Weltenburg, St.
Emmeram in Regensburg, Niederaltaich, Moosburg, Thierhaupten,
Wessobrunn, Gars und Au/Inn, St. Peter in Salzburg,
Mondsee, Mattsee, Kremsmünster, Innichen im Pustertal und
Chammünster in der Oberpfalz. Die letzten drei waren
sogenannte Kolonisationsklöster in Gegenden, die vom
bayerischen Stammlandaus dem Christentum erschlossen werden
sollten.
Stiftungen
adeliger Familien des Landes waren Altomünster,
Benediktbeuern, Kochel, Tegernsee, St. Pölten, Schäftlarn,
Scharnitz-Schlehdorf und Metten. Die Benediktiner richteten in
diesen Klöstern Schulen ein und wirkten als Vorbild für
das umliegende Land bei der Bodenbestellung.
Salzburg
war durch seine enormen Grunderwerbungen, vor allem aber durch das
Reichenhaller Salz, bereits in agilolfingischen Zeit, zu einem
politisch-kulturellen Mittelpunkt herangewachsen. Nach dem
Sturz Tassilos 788 fiel das bayrische Herzogtum unter die
Herrschaft der fränkischen Krone. Unter einem Präfekten
wurden fränkische Grafen Verwalter und Schutzherren.
Nach
der Entmachtung der Agilolfinger 788 ließ Karl der Große
genaue Erhebungen über die ehemals herzoglichen Güter
und Einkünfte erstellen. Dieser Umstand bewog den
Salzburger Bischof Arno (785-821) über das bislang erworbene
Kircheneigentum genaue Verzeichnisse anzulegen, um sich die
Richtigkeit derselben bestätigen zu lassen. Diese
seinerzeitigen Güterverzeichnisse „Indiculus Arnonis“
und „Breves Notitiae Salzburgenses“ gehören zu
den ältesten und wichtigsten historischen Quellen der Region.
Sie erfassten nicht nur Lage und Umfang aller Schenkungen, sondern
nannten auch die Geber. Unter anderem ist daraus zu entnehmen,
dass Salzburg von den 1.600 Höfen, die es am Ende des 8.
Jahrhunderts besaß, über die Hälfte vom
agilolfingischen Herzogshaus erhalten hatte.
Als
Gunsterweis Karls des Großen erhielt Salzburg 790, gemäß
seiner Güterverzeichnisse, die volle Anerkennung seines
Besitzstandes und avancierte 798 schließlich zum Erzbistum
und Bischof Arno (785-821), treuer Kriegsgefährte,
Königsbote, Berater und Freund des Kaisers, zum
Ezbischof. Die
bayrische Kirche wird im Jahre 798 von Rom aus durch die Erhebung
Salzburgs zum Erzbistum als Landeskirche zusammengefasst.
Salzburg
bekam dadurch die Oberaufsicht über die vier übrigen
bayrischen Bistümer (einschließlich des bereits in
spätrömischer Zeit entstandenen Bistums Säben/Brixen).
Auch konnte Arno für alle salzburgischen Besitzungen die
Verleihung der sogenannten Immunität
erlangen. Dies war die Zusicherung und Übertragung einer
eigenen Gerichtsbarkeit. Dies bewirkte, dass alle Landbesitzungen
Salzburgs zu einem eigenen Rechtsbezirk (selbständige
Vogteigerichtsbarkeit) wurden. Weder der Graf, als Vertreter
der Krone, noch seine Vasallen ( Richter , Schultheiß,
Gewaltboten etc.) durften also künftig dort Amtshandlungen
vornehmen. Bestätigt wurde dies auch von den Nachfolgern
Karls des Großen. Mit diesem Verfassungsakt Karls
des Großen wurde eine der frühen Voraussetzungen
geschaffen, die das Erzbistum in den folgenden Jahrhunderten
schließlich zum souveränen Fürstentum aufsteigen
ließ (mit Schwert im Wappen). Im Reichenhaller Tal
gehörte das meiste Land Salzburg. Hall steht um diese
Zeit unter grundherrschaftlicher Oberhoheit des Erzbischofs von
Salzburg. Die Marktsiedlung Hall unterstand somit
salzburgischer Vogteigewalt, (Das Thumer Viertel = Dom
Viertel). Inmitten salzburgischen Umlandes hat der königliche
Krongutbezirk (Dingstattviertel = Gerichtsviertel) in
Hall, gleich einer Insel, als Distrikt eigenen Rechts,
weiterbestanden. Das Gemeinwesen unterstand einem Richter
(Zentenar, Hunt), dem zur Durchführung bestimmter
Amtsgeschäfte ein Ortsbevollmächtigter oder Schultheiß
zur Seite gegeben war. Im fränkischen Reich waren derartige
Zentenarverfassungen stets Ausdruck königlicher
Grundherrschaft; sie standen auf früheren römischen
Militärarealen.
Wegen
der verworren Rechtsverhältnisse waren Streitigkeiten
alltäglich.
Wie
überall im Reich erwächst im 12. Jahrhundert in Hall das
Bürgertum.
Die
Initiative Gruppe sind die Salzsieder, an ihrer Spitze die
Kaufleute und Fernhändler. Sie organisieren und beherrschen
über die regionalen Märkte hinaus den Warenverkehr über
weite Strecken wenig besiedelter Gebiete. Sie schließen sich
zusammen zu Gilden und Bruderschaften. Aus diesen
Zusammenschlüssen entsteht das städtische Patriziat, das
oligarchisch die Politik der Stadt bestimmt und als 3. Stand, nach
Klerus und Adel, dem Bürgertum eigene Rechte und politische
Mitwirkung erkämpft. Die Sieder-Familien stellten nicht
nur alle 16 Räte der Stadt, sie
hielten auch alle Stadtämter in Händen; die des
Richters, des Zöllners und des Schreibers.
Durch
Urkunden namentlich bekannt ist der Name Laubez, einer der
ältesten Bürgerfamilien aus der Zeit. Sie waren wohl
Ministeriale (Dienstleute) des Hochstifts (Fürstentum) von
Salzburg, die zu der Zeit die Reichenhaller Salzproduktion
weitgehend in Händen hielt und reich geworden sind.
Bekannt
ist vor allem Heinrich Laubez, der Stifter der Kirche St.
Aegid, die er 1159 im Thumer-Viertel (= erzbischöfliches
Domviertel) in Reichenhall errichten ließ. Es ist die
Häuserzeile beim alten Markt, das Kaufleuteviertel. Laubez
mag fromm gewesen sein, letztlich war er jedoch ein weitsichtiger
Geschäftsmann.
Alles deutet darauf hin,
daß Loubecce mit dem Bau der Kirche vor allem seinen
wirtschaftlichen Vorteil im Blick hatte.:
Für
seine Kirchenstiftung erhielt Laubez das heute noch gültige
„Kellerrecht“
an „seiner“
Kirche und die seit „unvordenklicher Zeit“ im
Grundbuch eingetragene „Brauerei-
und Gastwirtschaftsgerechtsame“.
Letzteres heißt,
auf seinem Grundstück das Recht zu haben Bier zu brauen und
auszuschenken, sowie Speisen anzubieten. Eine sehr
alte Formulierung! Dieses Recht ist auf den St.Aegidi-Keller
übergegangen.
Die
völlige
Unterkellerung der Kirche. Dies
ist im Kirchenbau nicht üblich! In alten romanischen oder
gotischen Kirchen findet man nur eine kleine unterirdische
Grabanlage unter dem Chor, die Krypta; Und eine Krypta existiert
hier nicht; Die Krypta wäre auch direkt zu erreichen von der
Kirche aus. Diesen
Keller erschloss er räumlich mit seinem
benachbarten Gebäude.
Er hatte somit unmittelbaren Zugang (Vergleichbar etwa mit
Stockwerkseigentum).
Die
breite, schöne Treppe,
die von der Gaststätte St.Aegidi-Keller in den
Wein-Bierkeller unter die Kirche führt.
Die
Aussentreppe, die
vom Aegidiplatz direkt in den Weinkeller führte. Die
Treppe ist nur innerhalb der Gemäuer noch erhalten.
Die
zugemauerte Türöffnung im Kirchturm, die
man entdeckte, als er 1979 abgetragen werden musste. Diese
Türe führte direkt in das obere Stockwerk des
angebauten alten Bräus. Loubecce konnte also über
den Turm in seinen Bier- / Weinkeller unter die Kirche gelangen.
Der
Turm mußte abgetragen werden, weil er seit dem Stadtbrand
1834 einsturzgefährdet war, ohne es zu wissen. Brennendes
Gebälk stürzte 1834 in den Turm und glühte noch
tagelang weiter. Wegen der langen Gluthitze wurden die
Mauersteine am Fuße des Turmes mürbe und brüchig.
Er stürzte nur deshalb nicht ein, weil er vom angebauten
alten Bräu/Hotel gestützt wurde. Als der
Reichenhaller Hof 1979 abgerissen wurde, und als Stütze weg
fiel, geriet der Turm in eine bedenkliche Schieflage (70 cm gegen
den Aegidiplatz!), und musste zeitgleich abgetragen werden.
Merkwürdig
und interessant auch der
Gewölbestich im Keller,
der zum Nachbargebäude, dem früheren Bäcker-Jäger-Haus
führt, sowie auch die Gebäudeverbindung
Kirche
zum Bäcker-Jäger-Haus außen . Möglich,
dass das Bäcker-Jäger-Haus einst zu einem Kloster
gehörte, sowie auch der Aegidiplatz. Der direkte Zugang
zum Lagerkeller machte Sinn. In den Klöstern war Bier
wegen der langen Fastenzeit (124 Tage / Jahr) unentbehrliches
Grundnahrungsmittel. Möglich, dass die Bierlieferung ans
Kloster bereits Gegenstand der Verhandlung war zwischen dem
Salzburger Erzbischof Eberhard von Biburg und Loubecce.
Nach
diesem erworbenen Recht baute Laubez auf seinem Grund neben der
Kirche ein Gebäudekomplex mit Magazinen, Brauerei,
Gaststuben, Übernachtungsmöglichkeit für Händler
und Fuhrleute und Unterstellmöglichkeit für die Pferde
(die heutige Poststraße 20). - Es
war eine weitsichtige Bauplanung unserer Vorfahren: Kirche und
Wirtshaus liegen nur einen Steinwurf voneinander entfernt: Dass
auf die Labung der Seele eine rasche Erquickung des Leibes folgen
soll, war über Jahrhunderte hinweg ein Leitmotiv des
Katholizismus.
Über
die nächsten Jahrhunderte und unter wechselnden Eigentümern
blieb die wirtschaftliche Struktur dieses Gebäudekomplexes
erhalten bis in 1978, als es abgerissen wurde und bis 1980 neu
aufgebaut.
Die
Chronik des Bräus.
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Jahr
|
Name
des Hauses
|
Besitzer
|
Ereignisse,
Bemerkungen, Baumaßnahmen
|
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1494
|
„Bierbräuer
und Schenk“ im Thumer-Viertel
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Oswald
Guknberger
|
Wird
geführt im ältesten erhaltenen Steuerbuch der Stadt
Hall im Thumer-Viertel (die Häuserzeile um die
Aegidi-Kirche beim Alten Markt, die von Kaufleuten bewohnt war
und die unter der Herrschaft des Erzbischöflichen
Domkapitel Salzburg stand). Es ist anzunehmen, daß
Oswald Guknberger ein Nachfolger von Loubecce war.
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1673
|
Kasererbräu
|
Hans
Kaserer
|
Bierbräuer
Hans Kaserer erhält von Kurfürst Ferdinand
Maria die Erlaubnis einen Bierkeller oberhalb der
Jakob-Kaltnerischen Behausung in der Hofmark Karlstein zu
erbauen
|
|
1674
|
Kasererbräu
|
Josef
Kaserer; Maria Eßlinger
|
Josef
Kaserer und Maria Eßlinger kaufen den Kasererbräu
von Hans Kaserer (Vater ?) Es ist der älteste
bekannte Name, festgehalten in einem Kaufbrief
|
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1771
|
Kaltnerbräu
|
Familie
Kaltner
|
mit
Brauerei
|
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1834
|
|
|
Stadtbrand;
Aegidikirche mit Turm werden schwer beschädigt
|
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1862
|
Kaltnerbräu
|
E.
Geyeregger
|
mit
Brauerei
|
|
1872
|
Russischer
Hof
|
Ludwig
Rumpf, mit Ehefrau Franziska Wassermann
|
Kanalisierungsplan
für L. Rumpf - Gasthof und Brauerei, 1886.pdf"
1887
Umbau der Brauerei; Beseitigung des Grabendaches im Bräuhaus
mit Aufbau eines III. Stockes; 1888 neuer Speisesaal mit
glasüberdachter Veranda zur Poststraße hin; 1893
Wagenremise
|
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1898
|
|
Max
Beer
|
Mit
Brauerei
|
|
1904
|
|
Josef
Pollath
|
Keine
Brauerei mehr
|
|
1905
|
Russischer
Hof
|
Rumpf
und Pschorr
|
|
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1906
|
Russischer
Hof
|
Nikolas
Michael
|
|
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1908
|
Hessischer
Hof
|
Johann
Rübsamen
|
Einbau
von Läden und Magazinen zur Poststraße hin; 1909
brennen Wohnhaus und Gasthaus ab; 1910/11 Einbau von Läden
und Bädern
|
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1913
|
Russischer
Hof
|
Rudolf
Stocker
|
Einbau
von Kegelbahn und Closet; Einbau eines Kinos bleibt ein
Plan
|
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1914
|
Kaiserhof
|
Wechselnde
Besitzer: Jojann Pollath; königl. Inspektor Jägerhuber;
Globus GmbH
|
|
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1922
|
Hotel
„Deutscher Hof;“ im selben Jahr: Reichenhaller
Hof
|
Hans
Naaf, Stadtbaumeister von Salzburg
|
Plant
ein Kino mit 177 Sitzplätzen, 60 auf der Galerie. Der Plan
wird 1923 genehmigt, aber Konzession und Betrieb nicht
erteilt. 1925 Ausbau des St.Aegidi-Kellers
|
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1978
|
Abbruch
und Neubau des Reichhaller Hofes. Abbau des einsturzgefährdeten
Turmes der Aegidikirche und Wiederaufbau. Bei den
Aushubarbeiten für den Keller des Wohn- und
Geschäftshauses stießen die Bauarbeiter auf einen
mit Natursteinen gemauerten Gewölbegang, der zum Haus
gegenüber auf dem Aegidiplatz führte, dem
„Hutmacher-Mendl“-Haus. Früher hieß es
„Bauernbräu-Sattlerhaus“. Das Nachbargebäude
dieses „Bauernbräu-Sattlerhauses“
|
|
1978 1980
|
Am
22.11.1978 erwirbt Bruno Biernath, die unter Denkmalschutz
gestellte, historische Bausubstanz St.Aegidi-Keller, und baut
sie nach seinen Plänen und Entwürfen aus.
Die
Eröffnung ist am 06.09.1980.
-
Die Katholische Kirche, vertreten durch das Ordinariat in
München und den örtlichen Pfarrer Eisele, die den
St.Aegidi-Keller auch gerne gekauft hätte (nach Aussagen
auch des damaligen Pater Prior von den Karmelitern), um wieder
in den Besitz des Kirchenkellers zu kommen, reicht Klage ein
bei Gericht.
Die
Kirche ist der Auffassung, Bruno Biernath besäße den
Lagerkeller unter der der Kirche zu Unrecht.
Den
fünfjährigen Streit beendet das Oberlandesgericht
München und bestätigt Bruno Biernath, den
rechtmäßigen Besitz des Kirchenkellers.
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Zuletzt
geändert: 06.01.2026,
21:20:14
von Bruno Biernath.
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BRUNO
BIERNATH erwarb das historische Gemäuer und baute es nach
seinen Plänen aus. Mit seinen Entwürfen und seiner
Gesamtplanung ist er auch der kirchlichen Nachbarschaft und dem
Denkmalschutz gerecht geworden und hat eine unverwechselbare Aura
geschaffen. Das 1980 wieder eröffnete Wirtshaus mit seiner
ausgezeichneten Küche, in der wirklich noch gekocht wurde und
auch „Extrawürste“ gebraten wurden, wurde
natürlich wieder eine Institution. Das Wirtshaus mit
Gastgarten, Rittersaal und Weinkeller hatte Charakter - es wurde –
so die Meinung der meisten Leute - das schönste Wirtshaus und
das beliebteste, weit über Reichenhalls Grenzen hinaus. Einen
großen Anteil an dem Zuspruch hatten die hervorragenden
Bedienungen. Ob aus Kultur und Politik, ob nach der Arbeit
oder nach dem Konzert, ob allein oder mit 120 Personen: Alle, die
sich etwas zu sagen hatten oder Grund zum Feiern, gut essen
wollten oder nur gut trinken und Kartenspielen, trafen sich im St.
Egidi-Keller. Dazu kamen noch die vielen Gäste aus Russland,
die anknüpften an die Zeit um 1870, als viele Adelige und
betuchte Geschäftsleute aus Russland in Reichenhall Kur
machten, und hier, im ehemaligen „Russischem Hof“,
abstiegen. Auch wenn manche Leute den St. Egidi-Keller als elitär
sahen: Es war ein Wirtshaus für JEDERMANN. Über 45
Jahre - zwei Generationen - von 1978 bis 2022, bot der St.
Egidi-Keller mit seinem Team den
historischen Rahmen dafür. Die Wirte waren: Bruno
Biernath; Sohn Michael mit seinem Bruder Bruno
Dokumente:
Mittelalterliche
Fastensuppen Silvester-Speisekarte
2012 Silvester
Speisekarte 2016
Unter
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